Lerntipps
 

Vokabeltraining
 

Lerne Vokabeln immer in beiden "Richtungen": Vom Deutschen in die Fremdsprache und zurück.
 
Lerne zu den Vokabeln gleich alle Angaben dazu, die es braucht, um sie sinnvoll anwenden zu können: zum Beispiel im Englischen "irregular forms" bei Verben; ein "to" vor einem Verb, damit man es nicht mit dem gleichlautenden Hauptwort verwechselt, usw.
 
Vokabeln immer mindestens einmal handschriftlich auflisten. Dabei entweder ganze Sätze (Phrasen) aufschreiben, die als Ganzes übersetzt werden müssen (Englisch), oder mit Angaben vervollständigen, die in Vokabellisten der Lehrbücher fehlen; zum Beispiel die Verbkonstruktionen mit à / de und den entsprechenden Infinitiven im Französischen. Meistens muss man sich die Mühe machen und im 1. Lehrbuch bei den Vokabeln der Anfängerlektionen die entsprechenden Angaben nachtragen, die aus Gründen der Vereinfachung anfangs fehlen!! (besonders krasses Beispiel: die Vokabelangaben der neueren lateinischen Lehrbücher: für Kinder im Selbststudium ohne systematische Lehrerhilfe unbewältigbar!!! Doch dazu später...).



Die Lerntechnik ...
... sollte auf jeden Fall individuell abgestimmt werden.


Hier einige Grundregeln bzw. Denkanstöße:
 
"Sprache" kommt von "sprechen", also immer laut lernen (nicht nur Vokabeln).
      
Wörter / Sätze, die man sich schwer merkt: noch ein- bis zweimal schreiben.
      
Nie alphabetisch lernen; klanglich benachbarte Wörter vermeiden Auch inhaltlich verwandte Wörter mit anderer Lautgestalt (Synonyme) nicht unbedingt zusammen lernen (kann aber manchmal funktionieren). Wortfamilien dagegen eignen sich zum assoziativen Lernen sehr gut. (z.B. zum Verb die Nomina und Adjektive und eventuell, zusammengesetzte Wörter gleich dazu lernen)
      
Hilfreich: Die Bedeutung von Ableitungs-, Vor- und Nachsilben studieren; dies potenziert bei richtiger Anwendung den Wortschatz; jedoch Vorsicht: Manchmal verändern Vorsilben die Bedeutung völlig: Vergleich im Deutschen - "sprechen" - "versprechen" (und "sich versprechen")!
      
Nachhaltiges Lernen basiert auf richtigem Wiederholen und regelmäßigem Anwenden des Gelernten: das heißt für eine lebende Fremdsprache: Erarbeiten eines Basiswortschatzes durch fleißiges Wiederholen "alter" Vokabeln (erste Lehrbücher zur Hand nehmen, professionelle Grundwortschätze oder Karteikastensystem). Das hilft aber nur bei gleichzeitigem Lesen und Schreiben und Hören von Texten dieser Fremdsprache. (Faustregel: 1 Stunde täglich in irgendeiner Form Englisch und die Welt wird euch offen stehen!)
      
Gedächtnisprobleme, Rechtschreibprobleme, Konzentrationsprobleme usw. lassen sich durch regelmäßiges Lernen und sinnvolles Anwenden des Gelernten in den meisten Fällen beheben.
      
Die meisten fremdsprachlichen Fehler gehen auf ein ungenügendes Vokabellernen zurück. Noch so gute Grammatikkenntnisse sind ohne sicher beherrschten Wortschatz sinnlos.
      
"Sicher beherrscht" heißt aber auch, dass die richtige Verwendung in einem Satz gelernt sein muss, da sonst Wörter mit scheinbar richtiger Bedeutung in falschem Zusammenhang falsche Sätze ergeben. Paradebeispiel Englisch (besonders gefährdet Schüler/innen, die nach der Hauptschule eine weiterführende höhere Schule besuchen!) Zur Aufarbeitung der Wörter gehört selbstverständlich das Einüben der richtigen Benützung des Wörterbuchs. Man muss die Abkürzungen und ihren grammatischen Hintergrund verstehen, um gute Sätze bilden zu können. Zum Beispiel: die Unterscheidung zwischen transitiven und intransitiven Verben (auch im Englischen!). Dieses Wissen wird offensichtlich in der Schule selten vermittelt, was einfache grammatische Zusammenhänge zu "Mysterien" erhöht und automatisch Fehler zur Folge hat.