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Interview mit Dr. rer. nat. Michael Schneider, Diplom-Mathematiker: „Bei Mathematik sollte niemand das Lachen verlieren!“

Dr. rer. nat. Michael Schneider unterrichtet in Innsbruck, bei NHK Nachhilfe Köll, hauptsächlich Mathematik.
Er ist ein, in Deutschland studierter, Mathematiker und hat in Didaktik der Mathematik promoviert.


Michael, was fasziniert dich an der Mathematik?:

„Mathematik ist ein zeitloses Fach und wenn eine Aussage richtig ist, dann ist sie auch noch morgen richtig, das heißt, sie hat absoluten Bestand. Außerdem haben uns unsere Vorfahren einen regelrechten Schatz an Erkenntnissen hinterlassen, aus dem wir schöpfen können.
Zum Beispiel hatten die Babylonier schon ein brilliantes Verfahren, die Quadratwurzel aus einer Zahl zu ziehen. Das gilt auch heute noch. Und damit war es Ihnen möglich, genaue Berechnungen anzustellen, was Bauten, oder die Sterne betrifft. Das ist zum Beispiel etwas, was ich an der Mathematik absolut faszinierend finde. Und es ist eine Universalsprache. Wenn man sich z.B. geometrische Muster anschaut – die werden in diversen Kulturen verstanden.“


Worauf legst du beim Unterrichten wert?:
„Ich lege Wert darauf, dass sich die Schüler wohl fühlen, dass sie in Ruhe ankommen und auch mal wieder etwas zum Lachen haben. Mathematik ist nun mal, vor allem im Regelsystem, einfach ein sehr hartes Fach, und da sollte niemand das Lachen verlieren.
Dann ist mir wichtig zu sehen, wo jetzt wirklich das Problem besteht. Was ich in der Nachhilfe Köll gelernt habe ist, dass man etwas erklärt, dann den Schüler fragt, ob er es verstanden hat, und dann gibt man ihm eine Kontrollaufgabe und zieht sich zurück. Man lässt ihn rechnen, dann komme ich zurück und schaue mir das an, und dann habe ich eine echte Chance, eine Diagnose zu bekommen, wie das jetzt aussieht. Hat er das wirklich verstanden? Taucht da eine neue Schwierigkeit auf – eine andere Problematik? Und dann kann man, entsprechend, weiter vorgehen.
Das ist mir wichtig im Nachhilfeunterricht!


Warum haben, deiner Meinung nach, so viele SchülerInnen Probleme mit Mathematik?:
„Mathematik ist halt ein sehr hartes Fach, in dem Sinn, wenn ich irgendwo einen kleinen Fehler begehe, dann bin ich schon auf dem Holzweg.
Das macht es prinzipiell schon mal sehr schwierig. Zum Zweiten ist Mathematik oft abstrakt. Das ist natürlich auch ein Vorteil, weil ich es dann in mehreren Kontexten benutzen kann, aber für Lernende macht es das schwierig. Dann wird Mathematik im Regelsystem, meiner Meinung nach, sehr technokratisch und spaßbefreit transportiert. Also das kann man lebendiger gestalten, indem man vielleicht die Kunst mit einbezieht, oder die Geschichte der Mathematik mit einbezieht, was es alles etwas greifbarer macht. Oder man lässt Dinge, oder Sachverhalte, mal nach-entdecken, statt dass man sie nur ständig vordiktiert bekommt. Das würde Mathematik auch leichter machen.
Dann kommt es zu speziellen Themen, was den Einsatz von Technologie betrifft, und das schafft halt auch Probleme. Wobei die Technologie ja auch dazu dienen sollte, die ganze Sache zu vereinfachen. Das ist also eine sehr vielschichtige Angelegenheit, warum Mathematik das Nachhilfe-Fach Nummer eins ist.


Was könnte ein zeitgemäßer Mathematikunterricht im Regelsystem thematisieren, kommt aber in der Praxis zu kurz?:
„Zunächt fällt mir da das Konzept der Probe ein.
Die Probe funktioniert so: Ich rechne irgendetwas aus, dann kommt ein Ergebnis raus. Ich nehme dann das Ergebnis und setzte es am Anfang der
Rechnung ein und schaue, ob alle Größen immer noch zueinander passen. Das machen Schüler eigentlich nicht mehr. Das ist ganz, ganz selten geworden, ist aber total sinnvoll, denn es ist ja Hilfe zur Selbsthilfe. Die Lernenden können dadurch selbst kontrollieren, ob das, was sie da gerechnet haben, stimmt. Erstes Argument. Zweites Argument: Die Probe nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Und Drittens, bietet sie Gelegenheit, einen Sachverhalt von verschiedenen Blickwinkeln  anzuschaun. Wenn ich, z.B., eine Gleichung gelöst habe, dann kann ich mir anschließend vielleicht den Graphen der Funktion anschauen, und sehen, ob die Nullstellen, wirklich bei der x-Achse sind. Oder ich nehme eine Tabelle und schaue, ob da die Werte auftauchen, die ich ausgerechnet habe.
Die Probe ist also didaktisch ein absolut sinnvolles Konzept, wird aber in der Praxis völlig vernachlässigt und gerät komplett in Vergessenheit. Das fällt mir als erstes ein.
Dann führt die Technologie immer wieder zu Schwierigkeiten. Wenn ich mich etwa beim Taschenrechner nicht genau auskenne, dann kann ich nicht alle seine Funktionen benutzen, oder verstehe nicht, was er mir da zurückmeldet. Ist der Taschenrechner z.B. im Bogenmaß oder im Gradmaß eingestellt, ist ein himmelweiter Unterschied.
Ich merke auch immer wieder, wie sehr das Schubladendenken bei Lernenden verbreitet ist. Da mach ich ihnen auch keinen Vorwurf, sondern das scheint ja auch irgendwie vom System so gewollt zu sein. Also es geht ja darum, dass ich bestimmte Kompetenzen, einzeln abdecke, dass man da diesen Punkt dann bekommt, in der Matura, und dann ist gut. Das ist für mich ein einseitiges, kurzfristiges Lernen und das finde ich schade.


Interview vom 27.08.2020
Auf seinem Blog https://www.mathematicus.at/index.php/blog schreibt Dr. Michael Schneider über Anekdoten, Inspiration, Vorträge und Knobelaufgaben.
„Treten Sie ein in die zauberhafte Welt der Mathematik und lassen Sie den Alltag hinter sich.“

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