Wie kann ich meinem Kind beim lernen helfen

Wie kann ich meinem Kind am besten beim Lernen helfen?

Die Bildungsarbeit wird immer mehr nach Hause ausgelagert und Eltern fragen sich oft, wie sie ihrem Kind am besten beim Lernen helfen können.

Hier ein paar Tipps dazu:

Die richtigen Grundvoraussetzungen zum Lernen zu schaffen scheint selbstverständlich, man sollte aber gerade deshalb gelegentlich überprüfen, ob sie gegeben sind. 

Hierzu gehört ein ordentlicher, ruhiger Platz zum Lernen (neben dem Fernseher zu lernen ist definitiv nicht ideal!), das richtige Werkzeug wie Computer, Bücher, Taschenrechner etc. (Diese sollten organisiert sein und bereit stehen.) Nicht zu unterschätzen sind auch möglichst fixe Rituale und Zeiten, die eine Lernroutine unterstützen. (Was wir routinemäßig machen, fällt uns leichter).


Je nach Altersgruppe und Entwicklungsstufe brauchen Kinder dementsprechende Unterstützung:

Hilfestellung in der Volksschule

„Mit“ den Kindern, nicht „statt“ den Kindern lernen!
Was bedeutet das? Oft geht es einfach oder schneller, wenn wir den Kindern Antworten, Ausdrucksweisen und Lösungen vorsagen. Man sollte jedoch das Kind im Denkprozess (z.B. durch Fragestellung) unterstützen, damit es selbst auf die Lösung oder Formulierung kommt.

Lernorganisation übernehmen!
Dazu muss man einen Überblick behalten, was das Kind gerade lernt und wann Hausaufgaben oder Tests anstehen. Dann sollte dementsprechend ein Zeitplan erstellt und dabei auf die nötigen Pausen nicht vergessen werden!


Zeit und Geduld!
Jedes Kind hat seine individuelle Verarbeitungszeit. Das ist auch von Fach zu Fach verschieden. Manchmal geht es ganz schnell und manchmal müssen Inhalte mehrmals wiederholt werden, bevor sie sitzen bzw. verstanden werden. Positiv bleiben, denn Frust und negative Assoziationen mit dem Lernvorgang behindern den Lernprozess.


Auswendig lernen ist nicht gleich Verständnis! 

Nur weil das Kind etwas auswendig gelernt hat, heißt das nicht, dass der Inhalt verstanden wurde. Zur Überprüfung kann man das Kind bitten, den Inhalt in eigenen Worten noch einmal wiederzugeben, oder die Fragestellung ändern.


Fehler sind ok!
„Fehler sind die besten Lehrer.“- Dieser Spruch ist absolut korrekt. Es muss nicht immer alles „perfekt“ sein und Kinder können durch Fehler Gelerntes auch besser behalten und lernen dabei, sich richtig einzuschätzen.


Ab der ca. 3 oder 4. Volksschulklasse (je nach Entwicklungsstand) ist es wichtig, den Lernbeistand allmählich zurückziehen, um Selbständigkeit zu fördern.


Hilfestellung in der Unterstufe/Sekundarstufe

In der Unterstufe/Sekundarstufe sollten Schüler/innen sukzessive Eigenverantwortung beim Lernen übernehmen. Kinder haben einen natürlichen Drang, selbstständig zu werden. Das sollte man unterstützen, indem man die Verantwortung für schulische Leistungen auf das Kind überträgt.

Dabei kann man regelmäßige Hilfestellung anbieten, soll diese aber nicht „aufzwingen“.


Es ist wichtig, die intrinsische Motivation zu unterstützen. Das bedeutet, klare Absprachen zu treffen, Vertrauen zu zeigen und Erfolgserlebnisse zu feiern. Es geht nicht darum, für eine Belohnung zu lernen oder darum, Bestrafung zu vermeiden, sondern für den persönlichen Erfolg Eigeninitiative zu entwickeln.


Hilfestellung in der Oberstufe/Sekundarstufe 2

In diesem Alter sollten Eltern versuchen, Freiraum zur Selbstgestaltung zu geben, aber trotzdem Grenzen und Grundregeln für Lern- und Freizeiteinteilung aufzustellen.

Die Eigenverantwortung für die schulische Vorbereitung liegt nun bei den Jugendlichen.

Dabei ist es von Vorteil, die Selbsteinschätzung immer wieder zu überprüfen , gemeinsam realistische Ziele zu setzen und nötige Hilfestellung anzubieten.


Wenn die Lücken jedoch zu groß werden, man selbst das Gefühl hat, seinem Kind nicht mehr weiterhelfen zu können, oder gewisse Themen einfach schwierig erscheinen, dann kann rechtszeitige, professionelle Nachhilfe vieles erleichtern und dafür sorgen, dass man den Anschluss nicht verliert und das Lernen nicht zu einem negativen Erlebnis wird.


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